Minecraft. Eine Liebesgeschichte.

tl;dr: Spielt mehr Minecraft.

Ihr kennt das. Dieses Spiel da. Mit diesen Pixelmenschen. Und den Pixelschweinchen. Und Pixelblumen und … you get the idea. Das ist schön. Immer noch. Warum ich nach 3 Jahren immer noch gerne Minecraft spiele.

Angefangen hat das in Alpha. Wann genau weiß ich nicht mehr. Muss wohl so um Alpha v1.1 rum gewesen sein. Ich hatte ja keine Ahnung, was aus mir werden würde.

Da war dieses Spiel und alle fanden es toll. Es gab Videos drüber, es gab Blogartikel darüber, es gab ne ganze Menge. Die Idee war ja auch gut. Ein Sandboxspiel mit unendlichen Baumöglichkeiten. Sowas wie LEGO. Nur billiger und ohne aua beim drauftreten.

Community

Und diese Dinge wiederum haben das Spiel beeinflusst. Das Spielerfeedback, die Erfahrungen, die Wünsche und Träume der Fans. Das ist in vielen Fällen zurückgeflossen und tut es noch immer. Zumindest die guten Ideen. Ich meine, wir haben zwar immer noch keine stone stairs (ach, Jeb), aber ohne die Community wäre dieses Spiel mittlerweile langweilig. Alt. Unspannend.

Und die Community ist groß. Riesig. Millionen von Menschen spielen dieses Spiel. Müsst ihr euch mal vorstellen. Mittlerweile haben zwölf Millionen Menschen dieses Spiel gekauft. Krass. Und das ist in den letzten drei Jahren nicht etwa abgeebbt, sondern nein, die Community ist immer noch mehr gewachsen. Nenn mir mal ein Spiel, bei dem die Community drei Jahre nach dem großen Boom immer noch stark wächst. Na? Genau. Coolcoolcool.

Politik

Minecraft ist politisch. Spätestens wenn ihr euch einen Multiplayer sucht und mit mehreren spielt. Ihr werdet die gleichen Probleme bekommen, die es hier auch gibt. Neid, Gier, Hass, die ganze Palette. Sind ja auch nur Menschen.

Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen und mit Pfeilen auf dich zu schießen. Niemand hat vor, einen Attentat auf dich zu verüben. Und niemand hat vor, dich um deine Diamonds zu betrügen.

Ihr löst Konflikte, klärt Probleme, findet Kompromisse. Ich behaupte sogar, dass Minecraft, gerade bei Kindern und Jugendlichen, durchaus ein Bildungspotential hat, insbesondere was Gesellschaftsmodelle angeht.

Und wo wir bei Kindern und Jugendlichen sind: Es ist fast schon erschreckend, wie viele von denen Minecraft spielen. In der Schulklasse meines 14-jährigen Bruders beispielsweise mindestens 4-5 Kinder. Und das auch schon seit Jahren. Irgendwas muss ja an diesem Spiel dran sein, das es so fesselnd macht.

Motivation

Minecraft motiviert mich manchmal. Minecraft demotiviert mich manchmal. Es ist wie das Leben. Manchmal laufe ich nur random durch die Gegend oder buddle gelangweilt in der Shaftmine rum und suche nach Diamanten. Manchmal fange ich riesige Bauprojekte an, nur um sie nach der Hälfte aufzugeben. Und sie dann nach nem halben Jahr weiterzumachen. Und dann irgendwann vielleicht mal fertig zu haben. Oder so. Erinnert mich an meine Codeprojekte. Ups.

Minecraft ist eine Welt, in der es leicht ist, abzutauchen. Nicht wieder zu kommen. Sich zu verlieren in endlosen Bauprojekten. Also, zumindest, bis dann der echte Hunger einsetzt und ihr euren Mitbewohner dazu zwingen müsst, euch was zu Essen zu machen. (Und der sich dann weigert. Frechheit!)

Das ganze Spiel hat ziemlich viel mit Selbstfindung zu tun. Was will ich tun im Leben? Woher hole ich mir Motivation? Was treibt mich an? All diese Themen finden sich auch in Minecraft wieder. Dieses Spiel bildet manchmal die Realität so sehr ab, dass sich die Frage stellt, warum wir nicht gleich alle umziehen können. Ich meine, es gibt Zombies! Und Portale!

Minecraft ist sehr rewarding. Das Gefühl, etwas selber geschafft zu haben. Zum Beispiel den bösen Diktator auf dem Lieblingsmultiplayerserver gestürzt zu haben. Das persönliche BER endlich fertig gebaut zu haben. All das ist ein sehr schönes Gefühl. Ein Gefühl, was vielleicht manchmal in der Realität fehlt. Weil in dieser Welt zu viele Dinge kaputt sind, um signifikant was ändern zu können.

Minecraft ist Liebe. Minecraft ist Hass. Minecraft ist Leben. Minecraft ist gut für dich.

Ich gebe es zu, ich spiele dieses Spiel nicht mehr so viel wie damals. Aber es lässt mich trotzdem nicht los. Es ist ein Teil meines Herzens geworden und wird mich dort hoffentlich nie verlassen. Ich akzeptiere seine Unperfektheit, genauso, wie seine Fehler. Ja, ich kann wohl ohne Scham sagen:

Minecraft, ich liebe dich.